Citizen-Science-Daten für das Gewässermonitoring
"Integration von Citizen-Science-Daten für das Monitoring von aquatischen Lebensräumen"
Citizen Science-Daten – also Daten, die von freiwillig engagierten Bürgerinnen und Bürgern erhoben werden – spielen eine immer bedeutendere Rolle im Biodiversitätsmonitoring, im Naturschutzmanagement und in der Biodiversitätsforschung. Die Anzahl an Citizen-Science-Projekten steigt kontinuierlich. Die Daten aus diesen Projekten haben großes Potenzial, räumliche und zeitliche Lücken im behördlichen Monitoring und für wissenschaftliche Anwendungen zu schließen. Bisher wird dieses Potenzial allerdings nicht voll ausgeschöpft, vor allem im Bereich der aquatischen Lebensräume, also Gewässer wie Flüsse, Seen oder Küstenbereiche.
Um dies zu ändern, möchten wir durch den intensiven Austausch zwischen Citizen-Science-Projekten, Naturschutzakteuren, Behörden und Forschenden eine Grundlage schaffen, um die Archivierung, Kuration, Harmonisierung und FAIRe Publikation nach bestehenden wissenschaftlichen Datenstandards zu fördern. Ziel ist es, eine effektive Verschneidung von Citizen-Science-Daten und anderen Datenquellen zu ermöglichen.
Das Projekt "Integration von Citizen-Science-Daten für das Monitoring von aquatischen Lebensräumen" wird im Rahmen der 2025 erstmals ausgeschriebenen NFDI4Biodiversity Topic Tables umgesetzt – einem kollaborativen Format, das Akteur:innen der Biodiversitäts-Community vernetzt, um gemeinsam Lösungen im Forschungsdatenmanagement zu entwickeln. Mehr zu den Topic Tables erfahren Sie hier.
Ziele
- Erfassen des Pozentials von anglerischen Daten für das Biodiversitätsmonitoring von aquatischen Lebensräumen
- Erfassen des Potenzials von Daten aus weiteren Citizen-Science-Projekten für das Biodiversitätsmonitoring von aquatischen Lebensräumen
- Erfassen der Potenziale und Grenzen der Verschneidung von Citizen-Science-Daten mit behördlichen Daten für das aquatische Biodiversitätsmonitoring
- Erstellen einer Strategie zur (umfangreichen) Integration von Citizen-Science-Daten in das aquatische Biodiversitätsmonitoring
- Wissenschaftliche Veröffentlichung (bevorzugt in internationaler peer-reviewed Zeitschrift)
Geplante Aktivitäten
- Durchführung eines Workshops zu Anglerdaten
- Durchführung eines Workshops zu Citizen-Science-Daten
- Durchführung eines Workshops zu Behördendaten
- Regelmäßige Online-Meetings zum gemeinsamen Austausch
- Kollaborative Arbeit an Strategiedokument
- Kollaborative Arbeit an gemeinsamer Publikation
Projektlaufzeit
- Status: aktiv
- Start: 01/2026
- Voraussichtliches Ende: 07/2027
Team
Leitung/Ansprechpartner:innen
- Martin Friedrichs-Manthey, Friedrich-Schiller-Universität Jena/Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) (martin.friedrichs-manthey@idiv.de)
Weitere Mitwirkende
Das Topic-Table-Team besteht darüber hinaus aus Mitarbeitenden folgender Institutionen:
- Friedrich-Schiller-Universität Jena/Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)/Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv)
- Umweltbundesamt/Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA)
- Nationales Zentrum für Umwelt- und Naturschutzinformationen am Umweltbundesamt
- Deutscher Angelfischerverband (DAFV)
- Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
- Deutsche Gesellschaft für Ichthyologie e.V.
- Nationales Monitoringzentrum zur Biodiversität (NMZB)
- NABU Naturschutztauchen
- Institut für Binnenfischerei e.V. (IfB)
- Thünen-Institut für Fischereiökologie
Mitmachen
Wer Interesse an den Themen hat, die wir in diesem Topic Table bearbeiten möchten, kann sich gern bei Martin Friedrichs-Manthey melden (Kontakt s.o.).
Über die Topic Tables
Die NFDI4Biodiversity Topic Tables bieten der Biodiversitätscommunity den Raum, zentrale Themen des Forschungsdatenmanagements gemeinsam voranzubringen. Auf Grundlage einer offenen Ausschreibung wurden für 2026 vier Themen ausgewählt, die in das Arbeitsprogramm des Konsortiums eingebettet sind und organisatorisch begleitet werden. NFDI4Biodiversity schafft dafür die strukturelle Anbindung, unterstützt die fachliche Vernetzung und sorgt dafür, dass Ergebnisse sichtbar gemacht und nachhaltig weitergeführt werden können.
Ziel ist es, Expertise zu bündeln, bestehende Ansätze aufeinander zu beziehen und konkrete Ergebnisse zu erarbeiten – etwa White Paper, Leitlinien oder Roadmaps. Die entstehenden Beiträge unterstützen die Praxis im Umgang mit Biodiversitätsdaten, fördern gemeinsame Standards und stärken eine verlässliche, interoperable Datennutzung innerhalb der Community.
Die Topic-Table-Projekte sind in der Regel auf ein Jahr angelegt. Um über kommende Ausschreibungen auf dem Laufenden zu bleiben, abonnieren Sie gern unsere Community-Mailingliste und folgen Sie uns auf LinkedIn.
Eine Übersicht aller aktuellen Topic Tables finden Sie hier.