FAIR vernetzte Daten für die Pflanzenforschung

Daten zu Pflanzenmerkmalen werden weltweit erhoben, sind aber oft schwer auffindbar und vergleichbar. Ein interdisziplinäres Team entwickelt Beispiele und Leitlinien für ihren FAIRen Austausch.

"FAIR Digital Objects für die Pflanzenphänotypisierung"

Das Projekt "FAIR Digital Objects für die Pflanzenphänotypisierung" befasst sich mit der besseren Vernetzung und Standardisierung von Forschungsdaten in der Pflanzenphänotypisierung (also der systematischen Erfassung von beobachtbaren Eigenschaften von Pflanzen, etwa Wachstum, Form oder Reaktionen auf Umweltbedingungen). Im Mittelpunkt steht die Verbindung der etablierten Standards MIAPPE, ISA und ARC – Formate zur strukturierten Beschreibung von Experimenten und Forschungsdaten –, die gemeinsam eine strukturierte, nachvollziehbare und FAIR-konforme Darstellung experimenteller Daten ermöglichen sollen.

Da ihre kombinierte Anwendung bislang komplex ist, liegt der Fokus auf der Entwicklung gut dokumentierter Referenzdatensätze und praxisnaher Beispiele, die die Nutzung dieser Formate vereinfachen. Zudem werden Strategien erarbeitet, um Daten mithilfe von Bioschemas (standardisierte Metadatenstrukturen für die Beschreibung biologischer Daten im Web) und dem sogenannten Semantic Web besser auffindbar und interoperabel zu machen.

Durch die enge Zusammenarbeit von Fachwissenschaftler:innen und Datenexpert:innen entstehen so Best Practices, die langfristig die Qualität, Wiederverwendbarkeit und Integration von Forschungsdaten in den Pflanzenwissenschaften verbessern.

Das Projekt "FAIR Digital Objects für die Pflanzenphänotypisierung" wird im Rahmen der 2025 erstmals ausgeschriebenen NFDI4Biodiversity Topic Tables umgesetzt – einem kollaborativen Format, das Akteur:innen der Biodiversitäts-Community vernetzt, um gemeinsam Lösungen im Forschungsdatenmanagement zu entwickeln. Mehr zu den Topic Tables erfahren Sie hier.

Ziele

  • Generierung von harmonisierten, MIAPPE-konformen Referenzdatensätzen: Die zu erstellenden Referenzdatensätze werden zeigen, wie MIAPPE in den verschiedenen Formaten wie ARC (ISA XLSX), ISA Tab und ISA JSON abgebildet und harmonisiert werden kann. Diese Referenzdatensätze werden als referenzierbare Datenpublikation veröffentlicht.
  • Verbindung zu Semantic Web/Bioschemas.org: Durch die Verknüpfung mit der Welt des Semantic Web und Bioschemas.org, wird die Auffindbarkeit und Nutzung der Daten durch Suchmaschinen und andere Anwendungen verbessert.
  • Best Practices: Durch die Bereitstellung von Guidelines werden die erarbeiteten Best Practices für die Erstellung und Veröffentlichung von MIAPPE-konformen Datensätzen mit der Community geteilt.

Geplante Aktivitäten

  • zwei jeweils zweitägige Workshops zur Arbeit an Schlüsselthemen
  • zweiwöchentliches, online durchgeführtes Status-Meeting
  • Gemeinsame Arbeit an Referenzdatensätzen
  • Gemeinsame Arbeit an Best-Practice-Guidelines

Projektlaufzeit

  • Status: aktiv
  • Start: 01/2026
  • Voraussichtliches Ende: 06/2027

Team

Leitung/Ansprechpartner:innen

  • Daniel Arend, Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben (arendd@ipk-gatersleben.de)

Weitere Mitwirkende

Das Topic-Table-Team besteht darüber hinaus aus Mitarbeitenden folgender Institutionen:

  • Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben
  • Forschungszentrum Jülich
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU)
  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Über die Topic Tables

Die NFDI4Biodiversity Topic Tables bieten der Biodiversitätscommunity den Raum, zentrale Themen des Forschungsdatenmanagements gemeinsam voranzubringen. Auf Grundlage einer offenen Ausschreibung wurden für 2026 vier Themen ausgewählt, die in das Arbeitsprogramm des Konsortiums eingebettet sind und organisatorisch begleitet werden. NFDI4Biodiversity schafft dafür die strukturelle Anbindung, unterstützt die fachliche Vernetzung und sorgt dafür, dass Ergebnisse sichtbar gemacht und nachhaltig weitergeführt werden können.

Ziel ist es, Expertise zu bündeln, bestehende Ansätze aufeinander zu beziehen und konkrete Ergebnisse zu erarbeiten – etwa White Paper, Leitlinien oder Roadmaps. Die entstehenden Beiträge unterstützen die Praxis im Umgang mit Biodiversitätsdaten, fördern gemeinsame Standards und stärken eine verlässliche, interoperable Datennutzung innerhalb der Community.

Die Topic-Table-Projekte sind in der Regel auf ein Jahr angelegt. Um über kommende Ausschreibungen auf dem Laufenden zu bleiben, abonnieren Sie gern unsere Community-Mailingliste und folgen Sie uns auf LinkedIn.

Eine Übersicht aller aktuellen Topic Tables finden Sie hier.