News | 26. Februar 2026 | Marie Meemken

Neue Schnittstelle vernetzt behördliche Artbeobachtungsdaten mit Biodiversitätsportalen

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Beobachtungsdaten aus dem Fachsystem MultiBaseCS lassen sich nun im Darwin-Core-Standard mit Portalen wie dem internationalen Datenverbund GBIF und dem Lebendigen Atlas der Natur Deutschlands (LAND) austauschen – in beide Richtungen.

Ein zentrales Ziel des NFDI4Biodiversity-Konsortiums ist es, vielfältige Forschungs- und Monitoringdaten für Wissenschaft, Verwaltung und Praxis nutzbar zu machen – konsequent nach den FAIR-Prinzipien. Dazu gehört auch, Datenbestände zu aktivieren, die im Rahmen behördlicher und administrativer Prozesse entstehen. Ein wichtiger Meilenstein unseres Projekts ist daher die Entwicklung einer neuen Schnittstelle, die amtliche Artbeobachtungsdaten aus MultiBaseCS für nationale und internationale Biodiversitätsportale verfügbar macht. Darüber hinaus sollen verfügbare Datensätze der Global Biodiversity Information Facility (GBIF) für die behördliche Nutzung angebunden werden.

MultiBaseCS ist ein seit vielen Jahren etabliertes Datenbanksystem im behördlichen Naturschutz. Es unterstützt die standardisierte, datenschutzkonforme Erfassung und Verwaltung von Beobachtungsdaten zu Pflanzen- und Tierarten über Desktop-, Web- und App-Anwendungen. Aktuell wird das System von sieben Bundesländern, dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie zahlreichen Planungsbüros, Naturschutzvereinen und ehrenamtlich Kartierenden genutzt. Die Weiterentwicklung erfolgt gemeinschaftlich im Länderarbeitskreis MultiBaseCS, einem KoopUIS-Projekt der Länder und des BfN.

Im Konsortium NFDI4Biodiversity sind mit dem Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, der Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr Klimaschutz und Umwelt, dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie und dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen gleich mehrere Landesbehörden beteiligt, die aktiv mit MultiBaseCS arbeiten. In intensiver Zusammenarbeit mit diesen Partnereinrichtungen sowie Expert:innen aus dem Zentrum für Biodiversitätsinformatik Berlin, der Universität Jena und GFBio e.V. wurde 2025 eine Darwin-Core-Schnittstelle für MultiBaseCS spezifiziert.

Weitere Behörden könnten profitieren

Diese Schnittstelle ermöglicht den Import und Export von Vorkommensdaten im international etablierten Darwin-Core-Standard und schafft damit die technische Grundlage für einen bidirektionalen Datenaustausch mit Portalen wie GBIF und dem Lebendigen Atlas der Natur Deutschlands (LAND). Einmal integriert, steht die Schnittstelle automatisch allen Nutzerinnen und Nutzern von MultiBaseCS zur Verfügung und dient als Blaupause für weitere Behörden und Akteure.

Die Schnittstelle wurde erstmals öffentlich beim LAND-/sMon-Community-Workshop am 19. und 20. Januar 2026 am iDiv in Leipzig vorgestellt. Die Präsentation erfolgt durch 34u, das Software-Unternehmen hinter MultiBaseCS. Im nächsten Schritt gilt es, die geschaffene Schnittstelle in die aktive Anwendung zu bringen: Durch gezielte Stakeholder-Arbeit sollen nun konkrete, qualitätsgesicherte Datensätze für den bidirektionalen Austausch mobilisiert werden.

Ein im Einzelfall zu klärender Aspekt ist, wie und wo die behördlichen DarwinCore Archive für die Lieferung an GBIF jeweils am besten gehostet werden. Für die meisten MultibaseCS Users empfiehlt sich hier die Einreichung der Daten über den GFBio Submission Service, aber auch ein Self-hosting ist möglich.

LAND-sMON-Community-Workshop-2026-4382-SBernhardt-iDiv

Dokumentation

Hier finden Sie die Dokumentation der Schnittstellen-Etablierung:
https://hilfe.multibasecs.de/server/export_darwin_core.html

Kontakt

Bei Fragen zu den Inhalten dieses Artikels wenden Sie sich gern an unseren Helpdesk oder schreiben Sie eine E-Mail an helpdesk@nfdi4biodiversity.org.

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